Port-Ex

Am Valentinstag kam das Fieber wieder. Nein, leider kein Liebesfieber… Immerhin musste ich den Abend dann aber nicht allein verbringen, sondern im Kreise meines wohlvertrauten Pflegeteams im Krankenhaus. Eigenartig, es kam schon so was wie beiderseitige Wiedersehensfreude auf. Man kennt sich inzwischen. Weiterlesen

Februar – es wird wieder heller

Das Fieber ist weg und ich bin wieder zu Hause. Seit Februarbeginn träume ich wieder. Träume, dass ich mit meiner Freundin im Fitness-Studio bin, oder an der Uni, wo mir Frau Prof. Minta über den Weg läuft, mit der ich schon längst mal gemütlich Kaffee trinken und über mein durch die Krankheit verhindertes Referat reden wollte. 

Nächste Woche soll es mit der Therapie weitergehen und ich hoffe, dass es diesmal klappt! Ich bin wahrlich noch kein Energiebündel, spüre aber ein wenig den nahenden Frühling in mir. Abgesehen davon bin ich dank Geburtstagsgeschenk meiner Mutter auch am Kopf heller geworden:

Wanted: Dr. House

  • Pünktlich am Abend vor der am 29.1. geplanten Therapie kommt wieder hohes Fieber. Bin also wieder stationär in Linz, Elisabethinen B4. Erstmal in einem schönen Einzelzimmer – bis Grippe ausgeschlossen werden kann…

Keine Grippe, auch sonst kein Hinweis auf mögliche Ursachen.

Nun, nach etlichen Zimmerwechsel, Nächten im Notbett und Antibiotikuminfusionen ist wieder alles im Lot. Es waren offenbar wieder Coli-Bakterien, die das Fieber ausgelöst haben. Die werden angeblich über die Stents gelegentlich „ausgeschwemmt“ und gelangen ins Blut. So meine laienhafte Interpretation der nicht wirklich verstandenen Erklärung. Ein Dauerantibiotikum wird zur künftigen Vermeidung in Erwägung gezogen. (Oh Schreck….!)

Inzwischen bin ich wieder fieberfrei,  werde ich das Wochenende noch im Krankenhaus verbringen und darf am Montag, den 5.2. wieder nach Hause. Frischer Lesestoff wurde mir bereits geliefert: Largier, Niklaus (HG.), Meister Eckhart. Predigten und Traktate in 2 Bänden – die ich mir auf persönliche Empfehlung meines Philosophieprofessors Stephan Grotz bestellt hatte.   

Letztstand bei der Visite: kein Antibiotikum für zu Hause. „Wir schauen, ob es nochmal kommt, das Fieber. Falls ja, wird der Port enfernt, denn er könnte auch ein Auslöser sein.“ (!?)

Irgendwie wünschte ich, Dr. House wäre hier…

Dynamis

Die vollständige Ausgabe der „Dynamis“, in welcher mein Beitrag veröffentlicht wurde, steht hier als Download zur Verfügung: http://www.c-scharf.at/Downloads/Dynamis_20.pdf

Wie geht es mir?

Der Sommer 2017 war kein guter Sommer für mich. Das lag in erster Linie an einer gewissen Orientierungslosigkeit und Trägheit, in die ich fiel, und aus der ich nicht herausfand. Dabei gab es jeden Tag Momente, an denen ich dankbar war für meine Lebensumstände, Weiterlesen

Ergänzende Therapien

Der Besuch bei Dr. Zeilner (Vitalogikum) war durchaus angenehm und informativ. Erstmals erklärte mir jemand (der selbst in der Gastroenterologie und Onkologie tätig war), auf welche Komplikationen und Nebenwirkungen ich gefasst sein sollte und wie sie zusammenhängen. Auch beruhigte er mich mit der Aussage, Weiterlesen

Update

Ich bin wieder zu Hause. Appetit und Stimmung sind sehr gut, ich weiß nun zumindest, dass meine beiden Stents nach wie vor gut funktionieren, dass mein Blutbild “ wunderschön“ ist und der Tumor sich in den letzten drei Monaten nicht verändert hat. Nachdem die geplanten Therapien wegen der vielen Zwischenfälle nur teilweise durchgeführt werden konnten, werte ich das durchaus als positiv. Kommenden Montag soll es wieder weitergehen.

Zuvor jedoch werde ich noch einen Arzt (Mag. Dr. med. univ. Alexander Zeilner) konsultieren, der mir vielleicht helfen kann, in Zukunft die Therapien besser zu überstehen und schneller wieder zu Kräften zu kommen. Mal sehen…

Geburtstagswoche

Meine Geburtstagswoche verlief in erster Linie sehr schnell und kurzweilig: viele Besuche, viele Untersuchungen (Ultraschall, Röntgen, CT,…..). Das Fieber ist wieder weg und wenn schon der Ursprung nach wie vor unklar ist, so weiß ich wenigstens, dass keine Komplikationen sichtbar/messbar sind. Wie es dem Tumor so geht? „Das wurde nicht nachgeschaut.“ (!?!)

Ich bleib nun zumindest übers Wochenende im Krankenhaus, dann wird beraten, wie es mit der Therapie weitergehen soll. Eine sehr einfühlsame Ärztin meinte gestern, dass ich mich vor einer Fortsetzung erstmal richtig auskurieren sollte. Das nahm mir sehr viel Spannung und Druck. Mein Appetit ist gut, daher genieße ich das gute, abwechslungsreiche Essen und versuche einen „Gewichtsvorsprung“ aufzubauen.

Chemo 2/2 wieder nix

Heute würde die nächste Chemo anstehen. Gestern Mittag allerdings kam wieder ein extremer Fieberschub von bisher unbekannter Ursache. So lieg ich wieder mal im vertrauten Zimmer 404. zumindest der Port wurde inzwischen repariert: es fließt wieder Blut.

Die schönen Dinge

Endlich fühle ich wieder Energie und Lebensfreude aufkommen!
Ein Waldspaziergang und vertraute Gespräche im Café mit einer lieben Freundin ließen mich bereits gestern wieder einigermaßen „normal“ fühlen. Ausgiebige Dehnungsübungen am Morgen, Atemmeditation und ein weiteres halbes Kilo auf der Waage steigerten auch heute mein positives Körpergefühl.

Heute Mittag bereitete mir Mutti Topfenknödel zu, als Vorspeise gab es von einer Tenniskollegin frisch gekochte Zucchinicremesuppe. Die Post brachte mir ein neues Buch: Pierre Teilhard de Chardin, Der Mensch im Kosmos.

Das Foto stammt übrigens von meinem neuen (gebrauchten) iPhone, das mir Norman großzügigerweise geschenkt hat! 🙂 …mit dem ich nun sogar im RAW-Format fotografieren kann… :)))

 

 

Chemo als Mutprobe?

Auch heute morgen am Weg zur Onkologischen Ambulanz fühlte ich mich noch sehr schwach und mochte gar nicht daran denken, wie sich das wohl in ein paar Tagen anfühlen würde, wenn die Wirkung wieder voll einsetzen würde. Die Blutabnahme über den Port funktionierte nach wie vor nicht, daher erfolgte sie klassisch über die Armvenen. Beim Arztgespräch war die erste Frage an mich: „Wie geht es Ihnen?“ „Nicht sehr gut, ich fühle mich von der letzten Therapie noch extrem schwach und hatte während der Woche mal kurze Zeit auch Fieber.“ erwiderte ich. Da kam eine Frage, auf die ich völlig unvorbereitet war: „Ja wollen Sie dann überhaupt eine Therapie heute?“  Weiterlesen

Mit Mozart einschlafen

Vergangene Nacht schlief ich sehr gut! Ich ließ den Tag mit Mozart und Kerzenlicht ausklingen, das hatte wohl eine tiefere Wirkung auf mich. Letzte Woche war nämlich sehr mühsam. Die große, lähmende Müdigkeit wich bis heute nicht wirklich. Essen und Trinken war Pflichtprogramm. Sehr mühsam, auch wenn das vielleicht schwer vorstellbar ist. Alles riecht und schmeckt letztlich nach Desinfektionsmittel (Anm.: ich hab gar keines im Haus). Heute wurde es langsam besser, allerdings kommt morgen ja schon die nächste Therapie. Längere Verschnaufpausen täten gut.

Heute kam dann doch noch ein Anflug von Kreativität, das Ergebnis seht ihr hier. Mein Profilfoto täuscht, seit dem Sommer habe ich mich ein wenig verändert. Nachdem ich niemanden ein iPhone-Selfie zumuten mochte, schon gar nicht mit nacktem Kopf, versuchte ich mich wieder mal in experimentellem Siebdruck. So könnt ihr euch nun – ohne allzusehr zu erschrecken (hoffentlich….!) ein aktuelles Bild von mir machen. Wobei ich wegen der Temperaturempfindlichkeit ohnehin meist mit Mütze oder Tuch herumlaufe. Nur ganz wenige kennen mich so intim wie im Druck.

Das neu Jahr beginnt

gleich mit der ersten Chemo des 2. Zyklus – diesmal jedoch ambulant. SEHR früh am Morgen holt mich das Taxi ab und bringt mich ins Krankenhaus. Blutabnahme. Die Röhrchen bringt man dann selbst ins Labor. Glücklicherweise lerne ich gleich eine Dame kennen, die den Weg schon kennt und mich leitet. Nach guten 5 Minuten bekommen wir bereits die Auswertungen und gehen wieder zurück zur Onkologischen Ambulanz. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Arzt (Blutbild ist OK) nehmen wir auf bequemen „Lehnstühlen“ Platz und ein Frühstück ein. Inzwischen werden die Substanzen vorbereitet, zusammengestellt und uns nach und nach verabreicht. Wir beide haben den gleichen Krebs und die gleichen Substanzen, was einen guten Erfahrungsaustausch ermöglicht. Nachdem alles „durchgelaufen“ ist, gibt es noch Mittagessen. Dann ist man wieder frei. Mit dem Taxi geht es ab nach Hause. 

Heute, einen Tag danach geht es mir noch recht gut, ich habe Appetit und war deshalb am Vormittag noch schnell einkaufen, um mich für die nächsten Tage einzudecken. Erfahrungsgemäß zeigen die Substanzen erst nach und nach ihre Wirkung, speziell in Form von Müdigkeit und Erschöpfung.

So verbringe ich meine Zeit nun wieder vorwiegend mit Essen, Trinken und Lesen. Meine momentane Lektüre (ein Überraschungsgeschenk von Josef) ist wieder ein absoluter Genuss, den ich förmlich verschlinge und meinen spirituell und theologisch interessierten Kollegen aufs Wärmste empfehlen möchte: Mancuso, Vito, Die Seele und ihr Schicksal, München 2013 Leider dürfte es momentan in Österreich vergriffen sein, aber vielleicht findet ihr es in einer Bibliothek. Ihr könnt aber auch gerne bei mir mal einen Blick hineinwerfen.

 

Silvester-Rückblick

Licht und Schatten des vergangenen Jahres zu beschreiben, würde jetzt zu weit führen. Vielleicht drückt das Bild ein wenig davon aus. Die letzten Tage des Jahres sind jedenfalls sehr gut verlaufen: mein Artikel für die „dynamis“ ist zeitgerecht fertig geworden, dank prüfenden Blick und Korrekturen von Franz nun sogar fehlerfrei. Vielleicht sollte ich von ihm Gelerntes auch gleich hier im Blog umsetzten… im nächsten Jahr dann….!

Die Pause von der Chemo hat mir Gelegenheit gegeben, meinen Körper etwas zu regenerieren. Freundinnen, Freunde, sowie natürlich die Verwandtschaft haben mich innerlich aufgerichtet. Mein Sohn und meine Mutter haben mich bekocht, aber auch selbst habe ich inzwischen wieder Lust dazu bekommen. So ist es mir gelungen, über die Feiertage fast zwei Kilo zuzulegen. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran hatten die von Norman frisch aus München importierten Weißwürste! 🙂

Ich lasse das Jahr also trotz aller Widrigkeiten voller Zuversicht ausklingen. Die Acht ist in China eine Glückszahl. Vielleicht auch bei uns? Hoffen wir es!

Hilfe zur Selbsthilfe

In einem meiner Qigong-Buchern habe ich von speziellen Übungen gelesen, die in China mit Krebspatienten unterstützend zur Chemotherapie praktiziert werden. Es gibt jede Menge Videos dazu, auf denen alles sehr einfach aussieht, bei genauerem Hinlesen in diversen Texten entdeckt man aber zahlreiche Varianten und die Warnung vor Üben ohne professionelle Anleitung. Die Übungen müssen genau auf die Konstitution des Patienten und die Art der Krebserkrankung abgestimmt und die richtige Ausführung immer wieder überprüft werden.

Über die offizielle Website dieses Guolin-Qigong habe ich tatsächlich eine Therapeutin ganz in der Nähe gefunden und kontaktiert. Meine unausgesprochene Befürchtung, dass ich vielleicht gar nicht in der Lage sein könnte, zum Unterricht zu fahren, hat sie gleich mal entkräftet. Da Chemotherapie-Patienten meist geschwächt sind, kommt sie persönlich und unterrichtet sie zu Hause! Wir werden demnächst einen Termin vereinbaren. Ich freue mich sehr darauf.